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  • Klaus W. Busch

Minimalismus – aber mit Sinn und Verstand. Wohin Klimawandel und Pandemien führen können.

Die einen versuchen, ein naturnahes Leben zu führen, andere gehen den Weg, eine Brücke zu bauen zwischen minimalem Konsum und zufriedenem Leben, und wieder andere sehen den Sinn darin, ein System zu entdecken, dass konform ist mit dem „modernen“ Zusammenleben. Im 21. Jahrhundert streben viele Menschen nach einem nachhaltigeren Leben.

Genau genommen müssten wir alle sofort den FB-Account löschen, das Internet abbestellen und auf Cellphones verzichten. In jedem zweiten Post auf FB, Google&CO oder You-tube gibt es diese Werbung, die uns suggeriert, dass wir genau dieses Produkt unbedingt kaufen sollen. Abgesehen von den unzähligen SMS oder Werbe-Mails, die mich täglich erreichen. Sie müssen mit viel Geduld und Zeit von den wirklich wichtigen Infos getrennt werden. Mit Bauernfängertricks versuchen Unternehmen Produkte zu verkaufen, die wir in den meisten Fällen gar nicht benötigen. „Nur noch 5 Stück am Lager“ oder „bestelle jetzt und erhalte xxx% Rabatt“. Hand auf's Herz: Wieviele Male hattet Ihr bei vermeintlich super günstigen Preisen den Wunsch, das Produkt XY online zu kaufen? Solche Rechnungen sind für die Unternehmen betriebswirtschaftlich Unsinn. Kein Unternehmen verschenkt etwas. Oder die Margen sind von vorneherein im Preis kalkuliert. Habt Ihr darüber einmal nachgedacht, wieviel Gewinn demnach hinter solchen Lockangeboten stecken muss?

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ja, ich nutze das Internet und ja, ich habe ein Notebook. Doch für mein Pre-paid Cellphone kaufe ich mir nur die monatlichen minimalen Gesprächs-Einheiten, die ich auch wirklich benötige. Ungenutzte Minuten würden in die Tonne wandern. Und die 6GB Internet wollen im Monat gut eingeteilt sein. Punkt. Ende der Fahnenstange. Alles andere muss dann eben bis zum nächsten Monat warten. Erstaunlich ist, dass sich viele Dinge wie von selbst erledigen, die vorher „ach so dringend“ waren. Deshalb beobachte ich jede Werbung sehr kritisch. Besser noch ich sperre sie, wo der Algorithmus es zulässt.

Was Michel Ende mit Achtsamkeit zu tun hat

Das sind die grauen Herren mit der Zigarre, die Zeitklauer, die in dem Buch „Momo“ gemeint sind. Gehe ich, wie Momo in dieser Geschichte, in der Zeitstraße rückwärts, ticken die Uhren in einem lebensfreundlichen Takt. So einfach ist es. Erstaunlich ist, dass ich schon zu hören bekam: „Ja, willst du denn zurück ins Mittelalter?“ Nein, doch bereits Goethe schrieb im Zauberlehrling: „Die Geister, die ich rief, die werd ich nun nicht los“. Viele jammern über die neuen Geister der letzten 150 Jahre des Zusammenlebens. Doch ändern kann jeder etwas, wenn er ehrlich und konsequent genug zu sich selbst ist und Dinge, die ihn stören, zu ändern versucht. Es gib mehr Gleichgesinnte, als du denkst.

Wenn Du etwas ändern willst, dann tu es.

Fällt der erste Tropfen in ein Glas, wird das Glas irgendwann so voll sein, dass es überlaufen darf.

Ich habe es mir angewöhnt, das, was ich benötige, im lokalen Einzelhandel aufzustöbern. Ich lebe im außereuropäischen Ausland, wo das Angebot anders ist, als es in Europa bekannt ist. Da vergehen schnell ein paar Tage, bis ich das Gesuchte gefunden habe. Und in der Zwischenzeit spüre ich oft, dass schlicht das Begehren der Vater des Gedanken war, als der gesunde Menschenverstand. So vermeide ich unnütze Ausgaben. Im Laufe der Jahre sind nur solche Dinge bei mir, die ich auch wirklich zu einem zufriedenen Leben täglich nutze.

Oft höre oder lese ich in den Medien, dass sich minimalistisches Leben gegen unser Wirtschaftssystem richte und unweigerlich zum Kollaps führen würde. Ich behaupte das Gegenteil. Der Punkt ist doch, das Höher, Schneller, Besser und Toller ein Wettrennen startet, das wir alle - auch die profitgierigen Unternehmen – von vorneherein verloren haben. Das dieses System auf einem Wachstum beruht liegt in seinem Sinn - solange sich der Kreis langsam dreht, geht das auch in Ordnung. Greift der erste nach dem Mehr, fällt das Kartenhaus zusammen. Galoppiert die Spirale, ist es bereits zu spät. Ist es doch so, dass Leistung und Erfolg eher durch „kollegiale Ellenbogen“ anerkannt wird als durch Kompetenz, Können und Wissen. Das Ergebnis ist auf Dauer betrachtet eher ein Weniger als ein Gewinn.

Politiker sollen es regeln

Sind wir Menschen es doch selbst, die den Karren in den Matsch gefahren haben. Um so lauter wird dann die Politik bemüht, um alles wieder zu richten. Sie sind allerdings auch nur Menschen, mit Vorlieben oder Schwächen. Die einen drängen lauthals nach Reformen oder Gesetzen. Gleichzeitig geht ein Schreckensruf durch die Reihen derer, die sich eingeengt fühlen, in ihrem Leben beschnitten oder der Freiheit beraubt – wie es ja das Jahr 2020 deutlich zeigte. Sind beide Extreme doch in dieser Frage auf dem falschen Dampfer. Das ist keine Frage von politischen Ideologien. Die Antwort liegt bei jedem einzelnen, selbstbewusst für sich Entscheidungen zu treffen, die dafür sorgen, dass der Globus auch in 100 Jahren noch bewohnbar ist.

Fazit

Warum um alles in der Welt gibt es so viele Burnout-Geschädigte? Der Krankenstand ist weitaus höher als noch vor zehn Jahren. Warum gibt es so viele Berufskrankheiten, Menschen, die sich mit Allergien plagen? Warum gibt es so viele Mitbürger, die unfreiwillig an den unteren Rand der sozialen Gemeinschaft gedrückt werden?

Weil sie dem Druck dieses Wettrennens kaum gewachsen sind. Spielt da ein gewisser Neid untereinander eine Rolle oder anders gesagt eine Genugtuung, besser zu sein, als der Nachbar?

Meine Vision:

Ein achtsames Miteinander ist ein wunderbarer und erfüllender Ansatz für ein friedvolles und harmonisches Miteinander.

Lese auch die weiteren Blogbeiträge zu diesem Thema „Zufrieden Leben“ (erscheinen zeitnah)

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